Bekleidung <3

Hallo zusammen!

Heute geht es um Bekleidung….eigentlich so mit Abstand mein absolutes Lieblingsthema. Nicht, dass ich so eine Instagram- styling- queen wäre ….eigentlich bin ich das komplette Gegenteil davon, aber ich habe zu diesem Thema eben schon ziemlich viel zusammen getragen und möchte das nun mit euch teilen.

An sich fällt dieses Thema nicht wirklich komplett unter die Rubrik zerowaste. Es soll aber eine Checkliste für alle sein, die bewusster konsumieren/ CO2 neutraler einkaufen wollen oder auf nachhaltig „umstellen“ wollen.

Zunächst schwirren da sehr viele Begriffe zum Thema Bekleidung herum, auf die man achten muss. Sie sollte fair sein, modisch, CO2 neutral, biologisch angebaute Rohstoffe, haut- und umweltfreundliche Veredlung der Textilien und am besten plastik- bzw. microfaserfrei und mit Einhornstaub bestreut.

Wie man sich jetzt schon denken kann: ist verdammt schwierig alles gleichzeitig zu bekommen. Denn Bio ist nicht gleich fair gehandelt ist nicht gleich modisch ist nicht gleich plastikfrei usw. Von daher ist es absolut sinnvoll (zumindest aus meiner Sicht) sehr strategisch vorzugehen.

Was habe ich sowieso schon im Kleiderschrank?

Als Erstes sollte man sich bewusstmachen: JEDES DEINER KLEIDUNGSSTÜCKE, DIE IN DEINEM SCHRANK HÄNGEN, HABEN SOWIESO SCHON SEHR VIEL ENERGIE GEKOSTET UM HERGESTELLT ZU WERDEN.

Das heißt also: Nutze was du sowieso schon in deinem Kleiderschrank hast, schätze es wert, repariere es, färbe es nach, wenn es ausgeblichen ist.

Aber zu allerallererst solltest du dir mal vor Augen führen, was überhaupt alles in deinem Schrank hängt. Und das heißt jetzt nicht, dass du das in Gedanken durchgehst, weil was wirklich alles darin steckt vergisst man häufig. Zeit also mal eine gründliche Inventur zu machen! Dabei helfen dir Sortier- und Ordnungsprinzipien von bspw MariKondo.

Wenn du dich von allem unnötigen Zeug befreit hast, was du sowieso nicht mehr nutzt und nun freudig dem Secondhandladen oder der Obdachlosenhilfe um die Ecke spendest (was mit Spenden in den Containern passiert erfährst du hier) oder das Zeug deinen Freund/innen angedreht hast auf einer Kleidertauschparty, hast du wieder Platz in deinem Schrank.

Falls dir der Gedanke keine Angst bereitet nun absolut strategisch deine Garderobe durchzuplanen, könntest du darüber nachdenken eine „capsule wardrobe“ anzulegen, um Kleidungsstücke sinnvoll anzulegen und evtl. auch Bekleidung einzusparen, die du unnötig dazukaufen würdest: weil ja so schön. Das Problem bei solchen Käufen ist meist, dass sie am Ende nicht mehr wirklich kombinierbar mit dem Rest aus deinem Kleiderschrank sind. Auch wird dir vielleicht bewusster geworden sein, dass du nur einen geringen Bruchteil deines textilen Hab und Guts WIRKLICH nutzt.

Minimalisten lösen das Problem, in dem sie NUR Lieblingsstücke in ihrem Schrank haben und möglichst ALLES nutzen und sich sehr bewusst sind, was sie alles unbedingt brauchen. Hier gibt es eine Reihe von Fragen, die du dir stellen solltest, wenn du das nächste mal in Versuchung gerätst etwas „mal eben“ zu kaufen. Es ist dabei aber nicht nötig sich von hardcorebeispielen wie diesem abschrecken zu lassen und wenn deine Leidenschaft eben Klamotten sind, dann ist es eben so. Du kannst allerdings, wenn du häufig deinen Kleidungsstil wechselst dich darum bemühen regelmäßig auszumisten und deine Kleidung anderen zur Verfügung zu stellen (bspw. über Kleiderkreisel oder du veranstaltest Kleidertauschpartys).

Eine weitere Möglichkeit um Bekleidung „einzusparen“ sind die sogenannten „convertible clothes“ : ein Kleidungsstück, was sich durch wenige Handgriffe in verschiedenen Varianten tragen lässt.

Falls dir jetzt auffällt, dass du sowieso schon alles besitzt, was dich bekleidungsmäßig glücklich macht: SEHR GUT. Wenn nicht: geht es zum nächsten Punkt.

->Mach dir eine Liste mit Dingen, die dir in deinem Kleiderschrank noch fehlen. So vermeidet man unnötige Einkäufe, bei denen man sich Teile zulegt, die man sowieso in einer ähnlichen oder sogar identischen Form im Kleiderschrank liegen hat oder nicht zum Rest passen.

Die fehlenden Dinge kannst du beispielsweise im Secondhandladen um die Ecke besorgen. Falls dieser nur altbackene Sachen hat und du keine Lust oder kein Talent hast etwas von dort mit der Nähmaschine umzuändern, schau doch mal online bei Kleiderkreisel, Kleiderkorb, uvm. vorbei. Da findet man oft modischere Sachen für wenig Geld oder du organisierst deine eigene Kleidertauschparty mit deinen Freunden.

Wer Spaß und Freude daran hat sich selber Kleidung zu nähen und dazu noch das nötige Kleingeld besitzt kann bei Siebenblau oder Lebensbekleidung (hier findet ihr eine Liste einer Designerin) sich aus einer netten und umfangreichen Auswahl an Stoffen eindecken. Ich hoffe, dass ich dazu in Zukunft vielleicht noch eine umfangreichere Liste zusammen stellen kann.

Welcher Fasern sind umweltverträglicher?

Viele werden jetzt schreien: Secondhand ist ja gar nicht bio/plastikfrei/fair gehandelt blaaaaa. Ne ist es auch nicht. Aber ich bin auch nicht hier um den goldenen Weg zu beschreiben, denn alle Alternativen haben eigentlich immer eine negative Seite und es ist erst einmal wichtig die vorhandenen Ressourcen zu nutzen und sich bewusst über das eigene Konsumverhalten zu werden. Die oben beschriebenen ersten Schritte sind auch gerade für diejenigen wichtig, die nicht viel Geld pro Monat übrig haben um sich dann noch mit nachhaltiger Bekleidung einzudecken. Aber man muss auch kein Millionär sein um sich umweltfreundlicher zu verhalten.

Wenn man sich dazu entschlossen hat die vorhandenen Klamotten weiter zu nutzen, muss man wissen, dass so gut wie alle Kleidungsstücke aus synthetischen Fasern mit dem Rohstoff Rohöl bei jeder Wäsche Mikrofasern an das Abwasser abgeben, die selbst im Klärwerk nicht mehr herausgefiltert werden und in die Umwelt gelangen. Was Mikroplastik/- fasern so alles anrichtet kann man hier sehen. Man hat nun den „guppy friend“  oder ein spezielles „laundry egg“ um das Zeug schon in der eigenen Waschmaschine aus dem Wasser zu fischen.

Wer direkt beim Kauf auf möglichst plastikfreie Kleidung achtet: NICE.

Die bekannteste unter den natürlichen Fasern ist die Baumwolle. Sie wird wegen ihrer vergleichsweise einfachen Gewinnung gerne von jedem x- beliebigen Unternehmen aufgegriffen und gerne mal auch von jedem x- beliebigen Unternehmen mit „aus biologischem Anbau“ besiegelt. Die Baumwolle hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: sie hat einen sehr hohen Wasserverbrauch und wird in Ländern angebaut, in denen Wasser ein kostbares Gut ist. Zudem hat sie einen weiten Weg hinter sich, wenn sie bei uns in Deutschland angekommen ist. Ich möchte sie nicht schlecht reden, weil auch BioBaumwolle eine Alternative sein kann und besser als jeder Plastikpulli aus Bangladesch ist.

Die zwei weniger bekannten Faserarten sind Leinen und Hanf. Leinen kann zuweilen in Deutschland und in Ländern nahe Deutschland angebaut werden. Die Gewinnung dieser Faser ist jedoch zeit- und arbeitsintensiv, was Produkte aus Leinen teurer macht als die allseits bekannte Baumwolle.

Hanf ist unter den genannten Alternativen eigentlich das Zauberkraut. Diese Pflanzen verfügen über ein natürliches Schutzsystem und sind dadurch weniger anfällig für Erkrankungen oder Schädlinge, weshalb sehr wenig bis keine Chemikalien für den Anbau nötig sind. Zudem hat sie einen geringeren Wasserverbrauch, einen höheren Celluloseertrag pro m² als ein Wald und wächst innerhalb von 4 Monaten auf seine volle Höhe von bis zu 4m je nach Sorte heran. (quasi eine magische Einhornpflanze 😉 ). Das Problem mit Hanf ist allerdings, dass die Gewinnung genauso aufwändig wie für Leinen ist und die Verarbeitung auf herkömmlichen Maschinen schwer bis gar nicht oder nur mit Beimischungen von Baumwolle möglich ist. Da die Fasern im Vergleich zu den restlichen Bestandteilen wenig Geld einbringen und der Markt für Hanfbekleidung einfach zu klein ist gibt es bis jetzt keinen nennenswerten Antrieb aus der Industrie Maschinen zu entwickeln, die auf diese Faser angepasst sind. Anbieter für Hanfbekleidung ist bspw. HempAge. Die Fasern für diese Produkte stammen jedoch aus China, was den CO2 – Fußabdruck jetzt nicht unbedingt kleiner macht. Die Anbauflächen in Deutschland sind sehr gering und der Ertrag wird meist eher für Dämmmaterial für Häuser verwendet. Wer noch ein bisschen mehr über die Pflanze und verschiedene Produkte wissen möchte, kann beim Dachverband für Hanfanbau in Deutschland nachlesen oder beim Hanfhaus in Reutlingen bestellen.

Eine weitere Faser könnte Brennesselstoff sein. Das Angebot an solcher Bekleidung ist jedoch so klein, dass man wirklich angestrengt suchen muss, um Anbieter zu finden.

Es gibt manche Menschen die behaupten Viskose wäre was ganz Schlimmes, weil synthetisch. Es gibt dazu nur zu sagen: synthetisch stimmt-> es sind künstlich hergestellte Fasern. Der Rohstoff bei dieser Faser ist CELLULOSE. Das was auch in euren Taschentüchern drin steckt und tatsächlich aus Bäumen (und anderen Pflanzen, oder aus minderwertiger Baumwolle) gewonnen wird. Also chillt mal eure Basis. DAS ist schonmal nicht böse. AAAAABER: Der Herstellungsprozess von Viskose ist nicht umweltfreundlich, da Chemikalien eingesetzt werden, die nachher nicht mehr zurückgewonnen werden können und als Abfall zurückbleiben. Alternativ gibt es dazu aber Lyocell®, Tencel® . Diese Herstellungsprozesse basieren auf dem gleichen biologischen Rohstoff wie für Viskose. Es werden jedoch andere Chemikalien verwendet, die nach demdem Ausspinnen der künstlichen Fasern zurückgewonnen werden können und somit kein chemischer Abfall entsteht. Diese Prozesse sind ganz einfach teurer und werden deswegen von den meisten Herstellern aus Kostengründen nicht verwendet…….that’s sad but true. Die Textilbranche ist eben ein egoistischer, oller Sparbert. Sobald man es günstiger bekommt, ist die Umweltfrage egal.

Und noch etwas: steht „aus Bambusfasern“ drauf, ist bei Bekleidung eben nur gemeint, dass es sich dabei um Viskose handelt. Der Rohstoff Cellulose wird in diesem Fall aus der schnell wachsenden Bambuspflanze gewonnen.

Auf welche Siegel kann ich mich bei biologisch angebauten Fasern verlassen?

So an sich gibt es dabei verschiedene Siegel für verschiedene Fasern. Greenpeace stellt dabei diese Liste zusammen, die man sich hier kostenfrei bestellen kann. Eine kritische Betrachtung der verschiedenen Siegel, kann man dazu außerdem hier lesen.

Beachtet dabei, dass manche Siegel sich nur auf den Anbau beziehen. Das heißt die werden dann gar nicht oder nur mit einer kleinen Auswahl an Pestiziden/ Fungiziden etc. behandelt. Das ist gut für die Umwelt, heißt aber noch lange nicht, dass Färbeprozess und die Nachbehandlung so nett für deine Haut sind. Ihr seht also, dass das Thema nicht gerade einfach ist und dass nicht jedes Siegel alle Bereiche der Bekleidungsprouktion abdeckt.

Welche Siegel sagen mir wie fair die Arbeiter behandelt worden sind?

Wenn ihr jetzt so schön auf Bio und Chemie geachtet habt…..tjaaa…..dann bleibt noch die Frage übrig, wie nett die Arbeiter behandelt worden sind. Vertrauenswürdige Siegel sind bspw. Diese…….alles andere, was im Umlauf sind ist schlichtweg greenwashing (oder nennt man das dann fairwashing? O.o) und gehört im Laden gelassen. Hier bleibt auch die Frage übrig, in welchen Teilen der Herstellung die Fairtraderichtlinien gelten. Ist es schon bei der Ernte der Faser oder erst beim Zuschnitt und zusammennähen der Bekleidung? Eine kleine Zusammenfassung dazu findet ihr hier.

Ich muss selber sagen, dass mich die Suche nach einem passenden Link etwas verwirrt hat, weil gerne die Siegel für Lebensmittel gerne mal etwas unübersichtlich neben die Siegel für Textilien gestellt werden. Manche Fair- Siegel setzen auch Umweltstandards durch und können eigentlich, so wie ich das gerade gemacht habe, nicht strickt von den Bio- Siegeln getrennt werden.

Wo kann ich nachhaltige Bekleidung kaufen?

Ich bin ja immer ein Fan davon zuerst einmal die Läden in der unmittelbaren Umgebung abzuklappern. Behilflich kann euch dabei die Internetseite getchanged sein. Bei dieser Seite kann man gezielt nach Läden in deiner Nähe suchen. Falls ihr nicht das Richtige findet, oder euch ein anderes T-Shirt der gleichen Marke im Laden gefällt: fragt einfach mal nach, ob man das bestellen kann. Oft geht das nämlich ganz einfach.

Der Avocadostore hat außerdem ein umfassendes Angebot an veganer, biologischer und oder fair gehandelter Bekleidung. Aber Achtung: immer Augen auf und auf die Siegel achten und auch mal zur Herstellerseite gehen.

Der absolut erste Versandhandel, der einem beim Thema bio und fairer Bekleidung einfällt ist natürlich hessnatur und Waschbär. Natürlich gibt es noch weit mehr Anbieter und auch dafür werde ich in Zukunft noch eine Liste zusammen stellen.

Was gibt es außerdem?

Neben der bisher angesprochenen Alternativen gibt es außerdem auch noch Textilien aus Recyclingmaterialien. Ich persönlich bin ein Fan davon, wenn vorhandene (Abfall- ) Ressourcen aufgegriffen werden und neue Produkte daraus hergestellt werden. Solche Bekleidung fällt dann unter den Begriff Recycling oder Upcycling. Es gibt Unternehmen, die gezielt Abfälle aus der Textilindustrie verwenden um daraus neue Bekleidung herzustellen (bspw. Aluc oder zero waste daniel).

Auch wenn es die Meinung gibt, dass der Energieaufwand für recyeltes PET viel zu hoch ist und die Energiebilanz deswegen eher schlecht als Recht, so finde ich, dass es generell wichtig ist vorhandene Materialien, die nicht biologisch abbaubar sind, in den Produktkreislauf wieder einzugliedern und aus der Umwelt zu entnehmen. Beispielsweise gibt es auch Fasern aus Milch, die aus verdorbener Milch gewonnen wird.

Ich will euch nicht komplett frustriert zurücklassen, sodass ihr denkt, dass die Welt sowieso total ungerecht ist und morgen an Umweltverschmutzung untergeht. Es gibt wie gesagt keinen richtigen und goldenen und veganen und mit Glitzer bestreuten Weg aus allem heraus. Aber es gibt viele unterschiedliche Wege etwas bewusster zu werden und es wird niemand in der Hölle schmoren müssen wenn das gekaufte T-Shirt „nur“ fair gehandelt ist. Man kann eigentlich nie in jeder Hinsicht alles richtigmachen, aber man kann ein bisschen was richtigmachen und das ist schon mehr als die allermeisten Menschen tun.

Sooooo….das war ein Brocken und immer noch work in progress. Ich jedenfalls werde mich jetzt meinem Diabetikertod entgegenessen und wünsche euch einen schönen Sonntag ihr Herzis ❤

love

wild at heart

mood of the day: like a sunday afternoon

song of the day: Rammstein- Ich will

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1 Kommentar zu „Bekleidung <3“

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